Gladiator Kritik

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In der Blüte Roms sehnt sich der Feldherr Maximus nach dem Sieg über die Germanen nur noch zurück zu seiner Familie nach Spanien. Der im Sterben liegende Imperator Marc Aurel aber möchte Maximus als seinen Nachfolger. Als der Sohn des Imperators Commodus vom Plan erfährt reißt er die Macht durch die Ermordung seines eigenen Vaters an sich. Maximus folgt dem neuen Herrscher nicht und zahlt dafür einen sehr hohen Preis. Commodus verurteilt daraufhin Maximus samt seiner Familie zum Tode.

Maximus rettet sich vor der Hinrichtung, für seine Familie war es aber schon zu spät. Er landet in Gefangenschaft und wird an eine Schule für Gladiatoren verkauft. Die Zuschauer in Arenen lieben ihn auf Anhieb. Er kämpft sich bis nach Rom zurück und es kommt zum finalen Showdown mit alten Bekannten.

Kolosseum im Rom (Quelle: https://kurzelinks.de/a32w)

Bewertung Sebastian

Gesamtwertung 3/5 Sternen
Unser System verhindert mir eine schlechtere Bewertung zu geben und das rettet Gladiator. Einer dieser Epos Filme die so gut sein könnten wenn die Story nicht so schlecht und kopiert gewesen wäre. Brave Gladiator oder auch Gladitor Heart hätte hier besser gepasst. Das sehr gut dargestellte Rom, Hans Zimmers Musik und ein authentischer Cast retten Gladiator vor der Untergang.
Bild: Das Bild ist für sein Alter gestochen scharf und gut in 4k umgesetzt. Farben und Kontraste passen. Die harte Bestrafung folgt aber beim Schnitt. Besonders bei den Kampfszenen ist dieser unpassend, hektisch und wirkt wie von einem Amateur. Ruckelige Framerate in emotionalen Kampfmomenten habe ich ebenso nicht verstanden wie die schlechten Einstellungen in den Kampfszenen die mir den Blick auf epische Kämpfe verwehren.
Story: Ich mag große monumentale Filme. Sie müssen nicht mal eindeutig auf der Geschichte basieren, dass sie mich abholen. Aber so viel wie bei Gladiator habe ich noch nicht den Kopf geschüttelt. Bis zur Exekution von Maximus habe ich Story gefühlt, dass er danach flieht, seine Familie geröstet am Kreuz findet, dann Gladiator wird (zufällig noch in Rom) und dann den großen Rachefeldzug startet … da musste ich aber sowas von los. Wäre Rom von fliegenden Killerhaien, auf denen Ralf Möller reitet, infiltriert worden, ich hätte es mehr geglaubt.
Ton: Hans Zimmer as it‘s best. Ich mag seinen monumentalen Score. Ich mag die Audiospur insgesamt sehr gerne. Tolle räumliche Wahrnehmung und gut zu verstehende Stimmen. In den meisten Kampfszenen kommt das Geschehen sehr gut rüber. Wären die Kämpfe bloß wie ihr Ton.
Effekte: Rom sieht genial aus. Monumental, riesig, zum anfassen. Die Kostüme und Requisiten tun ihr Übriges und ich bin einfach nur begeistert wie toll das alles aussieht. Ohne störenden Inhalt wahrscheinlich eine der besten Dokus über das alte Rom.
Besetzung: Russel Crowe als Kriegsführer Maximus ist stark. Was er, besonders bevor er zum Gladiator wird, aus der Rolle holt ist enorm. Joaquim Phoenix als hinterhältiger Bösewicht der nach dem Thron giert gefällt mir ebenso, als bösen Joker könnte ich ihn mir gut vorstellen ;).
Auch ansonsten ist der Cast durchweg positiv und ich glaube ihnen die Rolle. Ich wäre fast so weit gegangen und hätte 5 Sterne vergeben. Wenn da bloß nicht Ralf Möller wäre. Ja, wäre da bloß nicht Ralf Möller. Ralf grinst einfach immer, wahrscheinlich hat er sich nicht träumen lassen, dass er mal in so einem großen Film mitspielen darf. Grausam.

Bewertung Markus

Gesamtwertung 4/5 Sternen
Die Ehre Roms. Wir sehen was Ehre und Treue wirklich bedeutet und tauchen ein in eine Welt voller Liebe, Hass und Intrige. Das Schlachtfeld wird nach kurzer Zeit zur Nebensache, denn die Sieger stehen schon nach kurzer Zeit fest. In diesem Film siegt das größte Herz. Die Freiheit ist das höchste Gut eines Gladiators. Der Preis für eine Existenz ohne Ketten und Sklaverei kann hier auch das Leben bedeuten. Angst und Verzweiflung drängen einen Herrscher zu feigen Taten. There was a dream that was rome.
Bild: Stimmige Farben laden uns ein in die Zeit des alten Roms. Atmosphärische Dunkelheit betont entscheidende Momente. Etwas schwach wirken die Perspektiven bei der anmutenden Darstellung des Kolosseums von Rom. Zudem können wir von Glück reden, dass
die Szenen auf dem Schlachtfeld mit verstörenden Zeitlupen nur den Beginn des Films prägen.
Story: Wir erleben viele Wendepunkte im Leben eines Mannes, der für Ehre und Tapferkeit steht. Der Verlust aller Dinge die das Leben lebenswert machen katapultiert ihn in eine ganz neue Welt, die Welt der Unterhaltung der Massen. Brot und Spiele und die Sinnlosigkeit des Blutvergießens stehen sich hier direkt gegenüber. Geringfügige Detailschwächen bringen
das Fundament der Story gelegentlich ins Wanken. Der große Showdown zeigt allerdings worum es den Machern wirklich dabei ging. Die einzelnen Akte des Kriegers, des Sklaven und des heroischen Gladiators wirken zeitweise etwas konstruiert.
Ton: Die Musik schafft das Gefühl für den Moment. Es mag in Summe rein melodisch eher eintönig wirken, dennoch sorgt die musikalische Untermalung für ein besonderes Filmerlebnis. Melancholie und Sehnsucht verleihen vielen Momenten Gänsehautpotential.
Effekte: Effekte lindern die Qualität des Films in der ersten halben Stunde. Es ist wahrlich kein Hochgenuss die erste Schlacht zu beobachten. Dinge die brennen sehen einigermaßen gut aus, darüber hinaus bewegt es sich eher im Durchschnitt. Im späteren Verlauf nehmen die Effekte und das erneut perfekte Gespür für den Moment eine bessere Gestalt an. Wir erleben verwirrte Stille und sinnvoll eingesetzte Momentaufnahmen, die zum Glück auch dem Inhalt gerecht werden.
Besetzung: Der Cast dieses Film erweist sich als treffend. Die unbestritten großartige Hauptrolle ist umgeben von passend umgesetzten Charakteren. Auch die Wahl des Antagonisten erweist sich als treffend. Die Verkörperung des alten Roms ist gelungen.

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