The Shining Kritik

61

Den Podcast zur Filmkritik findet ihr hier

Bewertung Sebastian

Gesamtwertung
Wenn ein Film Pop Kultur wird dann muss etwas an ihm sein. Unendliche Anspielungen gibt es an Shining. Redrum, Here‘s Johnny, die Zwillinge… selbst der Teppich des Overlook Hotels ist Kult. 
Ich liebe diesen Film weil er so wundervoll gruselig ist und die Buchvorlage von Stephen King als Ansatz nimmt, sie aber entsprechend abgewandelt. Die Kamerafahrten, Jack Nicholson, die Story und die Szenerie. Alles an diesem Film ist gold. Wenn man ein wichtiges Stück Geschichte sehen möchte was das Kino nachhaltig verändert hat, dann sollte man Shining gesehen haben. Auch empfehle ich die Dokumentation „Room 237“ wenn man wissen möchte warum Danny wirklich einen Apollo 11 Pullover getragen hat. All Podcast and no play makes Seb a dull boy! 
Bild: Atemberaubende Kamerafahrten die weit über den Standard von 1980 gehen. Egal ob die spektakulären Fahrten über die Szenerie von Colorado oder die legendären Dreirad Fahrten von Danny. Habe ich schon die Axt Szene erwähnt oder die Kameraeinstellung in der Abstellkammer? Alles einfach nur gut! Ansonsten haut mich die Blu-ray Fassung im Bezug auf Schärfe und Farben immer wieder um, angesichts wie alt der Film ist.
Story: Dreiköpfige Familie passt den Winter über auf das Overlook Hotel auf. Ein ganz normales Hotel. Ein idealer Ort um für Vater Jack seiner neuen Berufung als Schriftsteller nachzugehen. Wäre da nicht die Isolation, die Geschichte des Hotels und dieses ominöse „Shining“. Das bekommt Jack alles nicht gut und damit nimmt einer der legendärsten Horrorfilme Fahrt auf. Man geht halt nicht in Raum 237!
Ton: Wenig Musik und viel mehr Audioschnipsel  und verzerrte Musik überziehen The Shining. Jeder Schnipsel perfekt gesetzt und Gänsehaut erzeugend.  Ansonsten passen Stimmen und das räumliche Gefühl.
Effekte: Wenig Effekte, die vorhandenen haben es aber in sich. Als Kind habe ich vom Fahrstuhl und all dem Blut schlecht geträumt. Die Zwillinge auf dem Flur und der Vision was aus ihnen geworden ist, legendär. Das Hotel, die Requisiten und alle das machen es zu einem wundervoll schaurigen Ort an dem ich nicht eine Nacht verbringen wollen würde.
Besetzung: Jack fucking Nicholson! Er könnte den Film komplett alleine bespielen und ich würde ihn mir immer und immer wieder anschauen. Mutter Wendy ist stellenweise ein wenig nervig, sie macht es mir schwierig hier die volle Punktzahl zu geben. In manchen Punkten mag ich ihre Darbietung und dann geht sie mir wieder tierisch auf den Sack.
Danny, für sein Alter, gefällt mir gut. Er entwickelt sich aber während des Films nicht über das typische „Kind im Film“ hinaus. Ansonsten bleibt noch Dick erwähnt, der gerne etwas mehr Screentime hätte haben können und dann doch ein undankbares Ende nimmt.

Bewertung Markus

Gesamtwertung
Ich habe das Gefühl im Punkt Story schon alles Wichtige gesagt zu haben. Ich habe den Film sehr gern geschaut. Die irren Momente habe mich mitgenommen und es war zum Glück nicht unnötig blutig.
Gern hätte ich mich etwas mehr in den Jungen hineinversetzt um jede Drehung seines Daseins zu verstehen. Amüsant war jede Szene, die nicht real war. Der Drink im Ballsaal und die einschneidende Begegnung mit dem Hausmeister von damals auf dem Herrenklo.
Feine Sache dieses Shining.

Bild: Bedenkt man den Entstehungszeitraum, bekommt man sehr gutes Bildmaterial geliefert. Beim Blutstrom offenbaren sich kleine qualitative Schwächen im Bild.
Luftaufnahmen auf den engen Straßen bergauf sind sehr gelungen. Einige Close-Ups haben das Erlebnis in meinen Augen nicht verbessert.
Story: Ja, was sagen wir zur Story. Ein Lehrer der gern Autor wäre, nimmt sich ein halbes Jahr mit seiner nervigen Familie, um auf einem gigantischen Anwesen den Hausmeister zu spielen. Aber eigentlich will an der Schreibmaschine voran kommen. Vielleicht hätte man einen besseren Einstieg finden können.
Die sehr langatmige erste Stunde wird zum Glück von einer gefüllteren zweiten Stunde abgelöst. Zum Glück hat man irgendwann Wochentage eingeblendet. Es musste also steil voran gehen. Ich war zwischenzeitlich verwirrt und wusste nicht, welche Rolle hier nun den eigentlichen Dachschaden hat. Das Kind, der Vater, oder doch die Frau? Die Frau eher nicht, das wurde dann doch schnell deutlich. Dennoch hat sie, die jederzeit den standfestesten Charakter hatte, am Ende ziemlich überspitzt dargestellte Skelette gesehen.
Vergessen wir nicht Tony, oder den Finger, oder den Kumpel der im Mund wohnt. Shining als Gabe, um in die Vergangenheit und in die Zukunft zu sehen ist sicher der Stoff aus dem fantastische Filme gemacht werden. Empfand es nur ich als unnötig, dass der Hotelmanager die Fähigkeit ebenso besaß? 
Ich habe dann langsam begonnen zu begreifen, dass die Verschlechterung von Jacks Zustand eigentlich nicht wirklich etwas mit “Shining” als Fähigkeit zu tun hat. Seine Begegnungen und sein Egoismus haben ihn in diese Parallelwelt gebracht. 
Okay, er hat dem Knirbs schon mal die Schulter verletzt, aber das war eher nicht entscheidend für den Hang zur Gewalt. Apropos Begegnung, wer waren noch gleich die beiden kleinen Mädchen? Genau, ich habs auch vergessen.
Ich hätte mir hier und da gewünscht dem ganzen etwas folgen zu können, etwas mehr Infos zu bekommen. Dafür hätte man gern etwas weniger in crazy Gesichter starren können. Hier und da war es kurz davor etwas überspielt zu sein. Dies fiel mir am zittern und zappeln der Mutter auf, war kurz vorm grooven.
Den Eindruck, dass ich hier Fehlersuche, möchte ich nicht erwecken, aber habt ihr auch gemerkt, dass dem Jungen am Ende im Labyrinth null kalt war, während Jack sich den Arsch abgefroren hat?
Ich bleibe dabei, der Stoff taugt zum Überfilm, die etwas wirre Umsetzung hat mit ein wenig den Spaß genommen.
Ton: Die Mischung aus passender melodischer Untermalung und penetranten Dauertönen haben jederzeit überzeugt. Den Soundübergang von einem Tag zum anderen empfand ich als unpassend abrubt.
Effekte:Wenige Effekte blieben mir im Kopf. Auch hier darf man die Entstehungszeit nicht außer Acht lassen. Die Alte Frau in der Badewanne sollte sicher ekelhaft wirken, war aber etwas dünn umgesetzt. Auch die Schnittwunde durch ein Messer unterlag mäßiger Kosmetik.
Die Szene der Blutwelle werde ich eine Weile in Erinnerung haben durch die tiefe Perspektive und den Ausdruck der Gewalt, der hier klasse vermittelt wurde.
Es wurde sehr oft vom Sturm gesprochen, gesehen haben wir leider sehr wenig. Hier wurde eventuell das Potenzial der Naturgewalt vernachlässigt.
Besetzung: Jack Nicholson hat die Rolle des Mr. Torrance durch seine außergewöhnliche Mimik perfekt verkörpert. Mir fällt kein zweiter Schauspieler ein, der so unwohle und abstoßende Gefühle durch das Schauspiel in mir auslösen kann. Seiner Frau ist der Cast auch sehr entgegen gekommen. Shelley Duvall, die ich vor allem übermäßig zitternd im Gedächtnis behalte, passt wie Arsch auf Eimer. 
Das crazy Kid ist für mich eher austauschbar, aber dennoch passend.

85er Baujahr aus dem hohen Norden! Beruflich mal als Friseur gestartet und rauchfrei seit 20.5.2012. Liebt das SteamTeam und diesen Podcast. Würde sich als Nerd bezeichnen, liebt Filme sowie Serien und ist ein wenig extrovertiert ;)

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