Viel Dampf #79 7500

Viel Dampf #79

Lockdown Vorbereitungen mit Erni und Bert, nicht. Wir haben Wichtiges zu besprechen, befinden uns über den Wolken. Anschnallen und Tische hochklappen!

  • (00:00:00) News, Updates,
  • (00:39:00) Ehre oder Schmutz
  • (01:17:40) “7500” im Viel Dampf Filmpalast
  • (01:59:00) Higherlower
  • (02:08:10) Verabschiedung

Die Folge nach der Folge mit Florian, auch zu zweit mal wieder ganz nett. Freitag Abend, das Stimmungsbarometer war anfangs ein bisschen auf die Couch ausgerichtet. Schwung kam aber noch auf. Markus berichtet von zertrümmerten Armen vom Volleyball, Comeback ist geglückt. Nun steht leider eine Lockdown Pause von mindesten 4 Wochen an. Sebastian hat wieder Technik-News am Start. iPhones, Konsolen – wo stehen wir in Sachen Innovation?

Ehre oder Schmutz steht ganz im Zeichen der Kastanie, es wird herbstlich, auch bei uns. Dazu gehören Rituale. Warme Getränke und Klamotten, dicke Socken auspacken und auch mal eine Kerze anzünden. Kids basteln Laternen für den Umzug. Ehre Ehre Ehre. Süßes oder Saures ist überflüssig, das freut nur die Oma. Auch Corona beschäftigt uns, Maßnahmen sind nötig. Gruß geht raus an die Rebellen mit und ohne Aluhut. An die Verweigerer mit Maske unter der Nase. An die Party People, denen die kleine Runde unter Freunden nicht gereicht hat. Good Job. Beim Mittagsschlaf wird es noch mal gemütlich, für uns eher nicht, aber gönnt euch hart und lange.

7500 ist der nächste Kandidat im Viel Dampf Filmpalast. Kurz vorweg, unsere Eindrücke gehen stark auseinander. In den Shownotes gibt es über die Filme in der Regel keine Spoiler. Warum? Ich habe keinen Bock so viel zu schreiben. Dieser Film kann spannend sein, wenn ihr rechtzeitig reinkommt. Dann kann er euch sogar packen und mitreißen. Hört da mehr auf Sebastian, dann bekommt ihr etwas mehr Lust auf den Streifen in den Wolken.

Higherlower stand wieder mehr für lower. Leute, wir brauchen Vorschläge für einen würdigen Nachfolger. Lasst uns wissen, was ihr hören möchtet. Haut in die Tasten und erfreut uns mit Kommentaren. Die Finger kurz mal vom Partner nehmen und die Gedanken mit uns teilen 😉

Am Ende doch wieder 2 Stunden, höchstwahrscheinlich ist darüber niemand mehr erstaunt. Auch fein, bleibt uns treu, packt uns in die Watchlist. Sagt der Oma, der Briefträger und dem Nachbarn dass es uns gibt. Also dann, beißt nicht zu tief in den Kürbis und erschreckt Leute, die es verdient haben.

Ehre oder Schmutz

  • Herbstliche Rituale
  • Laternenumzüge
  • Süßes oder Saures
  • Lock Down Maßnahmen
  • Mittagsschlaf

7500 Filmpalast

Markus Bewertung


Main: 3 /5
Ich denke die Besonderheit diesen Film fast ausschließlich im Cockpit zu drehen hat ein paar Sachen kaputt gemacht. Schlussendlich musste man sich auf sehr wenige Figuren fixieren. Eine Entführung lebt spannungstechnisch auch von Geiseln, von Leuten die die Fassung verlieren, von Leuten die durchdrehen. Schlussendlich gab es auch sehr mutige Fluggäste, die es scheinbar nicht mehr ertragen konnten. All diese Momente konnten wir leider nicht sehen, oder in Teilen nur sehr schlecht durch die Kamera. Ich fühlte mich gezwungen mich nur mit Tobias zu beschäftigen. Dafür empfand ich ihn selbst leider nicht als interessant genug. Durch diese sehr einseitige Szenerie hat es der Film nicht im Ansatz geschafft mich in einen Bann zu ziehen, stellenweise kam fast Langeweile auf.

Bild: 3 / 5
Der Einstieg in den Film war bildtechnisch spannend, wenn auch etwas unangenehm für die Augen. Darüber hinaus gab es während des Film auch wenig Mittel für gute Perspektiven. Dafür war die Spielwiese einfach zu klein. Das Kamerabild in den Bereich der Stewardesses hat zunehmend genervt. Der Blick dahinter hätte mich mehr interessiert.

Story 2,5 / 5
Allahu Akbar, oder so. Ein viel zu einfacher Einbruch in ein Cockpit bringt einen Piloten an seinen Grenzen. Unter großer Last schafft er das fast unmögliche, er stellt die Verantwortung vor das Leben seiner zukünftigen Frau. An dieser Stelle hat mich der Film überrascht. Den ganzen Rest der Story finde ich eher glanzlos. Glaubenskrieger auf einer Mission, die ich ihnen nicht mal abgenommen habe, dafür war einfach zu wenig Futter dahinter. Ein total nerviger Junge, der mal auf dem richtigen Weg ist und mal nicht. Ohne super viele Beispiele zu kennen (nicht eins), fühlt es sich an wie ein Film den man schon oft gesehen hat. Ich kann keine Besonderheiten erkennen.

Ton 4 / 5
Der Ton des Films ist höchstwahrscheinlich sehr authentisch. Ohne zu wissen, wie es ist in einem Cockpit zu sein, könnte ich mir vorstellen, dass es genau so klingt. In den Szenen mit mehr Action hätte die eine oder andere Untermalung vielleicht noch gut getan.

Effekte 3,5 / 5
Große Effekte braucht es hier wohl nicht. Allein der begrenzte Raum lässt schon nur sehr wenig zu. Unter dem Strich also angenehm dezent dosiert.

Besetzung: 3 / 5
Beim Tod von Carlo Kitzlinger war ich sehr betrübt. Er war auch ohne großen Handlungsanteil der für mich ausdrucksstärkste Charakter. Josef Gordon-Levitt hat für mich diese emotional und mental stabile Rolle, die er im Film trug, nicht verkörpern können. Alle anderen habe ich schon vergessen.

Sebastians Bewertung

Gesamt (4/5)

7500 bedeutet Flugzeugentführung und genau darum geht es in dem Film. Und ist nicht der erste Entführungsfilm in hoher Luft den wir auf der Leinwand gesehen haben. Ganz vorne mit dabei aus 2006 Flug 93 der rund um den 11. September spielt, Flight aus 2012, Non-Stop aus 2014 und natürlich erinnern wie uns auch an Actionklassiker wie Air Force One aus dem Jahre 1997.

Diese Filme unterscheiden sich maßgeblich von der deutschen Produktion 7500. Sie riechen unglaublich nach Hollywood in Bildsprache und Aussage.

7500 ist für mich ein großartiger Film der die Ereignisse fast dokumentarisch zeigt ohne unnötige Bilder, CGI oder Musik hinzuzufügen.

Der Anfang mag für einige zu langatmig sein. Für mich zeigt er aber den Alltag vor dem Start eines Flugzeugs und bringt mich in den Film. Keine wilden Außenansichten der Maschine oder Kameraflüge durch die Maschine. Als Zuschauer ist man die gesamte Zeit über im Cockpit gefangen und ebenso wie die Piloten kommt man von hier nicht weg. Der einzige Kontakt nach draußen stellt ein kleiner Kontrollmonitor da der zeigt was hinter der dicken Cockpittür vor sich geht.

Unerträgliche Spannung als dann der Anschlag vollzogen wird. Ich fiebere die gesamte Zeit über mit und mir fällt nichts auf was ich hätte anders haben wollen.

Das Ende ist in sich stimmig auch wenn ich hier Schwächen feststelle. So ganz genau wusste man dann doch nicht mehr wie man den Film zu einem Ende bringt. Ob die Notdurft jetzt ein dramaturgisches Stilmittel ist und ob der Terrorist mit Mutti am Telefon nicht doch ein paar zu viele Drehungen in seinem Kopf unternimmt sei dahingestellt und berechtigte Kritik. Für mich allerdings hat das dem Film nicht geschadet und ich war nach dem Film echt fertig und musste noch ein paar Minuten darüber nachdenken was ich da gesehen habe.

Herausstellen sollte man die unglaublich echte Darstellung der Idee des Films. Enger Raum, wenig stilistische Möglichkeiten zur Entfaltung. Es muss aber dazu gesagt sein, dass wir hier nicht über einen Hollywood Film im klassischen sprechen. Wenn man sich schlecht in Situation reinfühlen kann und es andauernd Explosionen braucht um einen aus dem Kinositzt zu heben könnte 7500 zu wenig von allem für einen haben und damit nicht den eigenen Geschmack treffen.

Für alle die sich aber in Filme ziehen lassen wird 7500 eine unglaublich spannende Reise die anspannend, blutig und tragisch wird.

Bild (4/5)

Das Bild ist scharf die Kamerafahrten und der Schnitt in der kleinen Kabine eindrucksvoll und auf den Punkt. Ständig fühle ich mich als heimlicher Beobachter in einem Raum in dem ich noch nie war. Die Spannung wird perfekt eingefangen.

Story (4,5/5)

Die Story von 7500 ist simpel erzählt und nicht neu. Ein ganz normaler Arbeitstag für die Crew eines Airbus A319 auf dem Linienflug Berlin Tegel nach Paris. Nur die Überwachungskamera zu Beginn gibt etwas Preis von dem noch keiner ahnt.

Zwischenmenschliche Gespräche in der Art von Tarantino und kleine Witze. Doch dann ist die Maschine in der Luft und das Grauen nimmt seinen Lauf. 3 Terroristen die sich aus Glassplittern Waffen gebaut haben und versuchen in das Cockpit zu gelangen.

Ein packendes Kammerspiel inmitten des Cockpits nimmt seinen Lauf und schaukelt sich hoch zum Finale.

Kleiner Abzug von 0,5 Punkten gibt es hier aufgrund des etwas spontanen und schnell wirkenden Gefühlschaos im Terroristen Vedat. Das hätte dann doch ein paar Minuten länger dauern können oder umgeschrieben werden müssen.

Ton (4,5/5)

Packende Hollywood Musik? Effekthascherei? Nein die gibt es in 7500 nicht. Die Stimmen sind gut zu verstehen und insgesamt wird der Sound in einem Flugzeug, den wir alle kennen, sehr gut eingefangen. Die typischen Signale und Geräusche die in einem Cockpit vorhanden sind werden detailgetreu übermittelt.

Kann man so etwas mit einer 4,5 bewerten? Ja kann man. Denn nichts was man hätte hinzufügen können hätte den Film besser gemacht.

Effekte (4,5/5)

Die Effekte in 7500 beziehe ich auf das Flugzeug. Es ist eine detailgetreue Nachbildung oder sogar Testmaschine eines Airbus A319. Die Kostüme, Requisiten etc. passen alle stimmig zu einem Flugzeug Film. Nichts ist dazu gedichtet oder versucht den Film auf ein anderes Level zu bringen.

Einen kleinen Abzug gibt es bei den “Mordeffekten”. Sie wirken etwas budgetiert, bringen aber trotzdem auf den Punkt was sie sagen wollen.

Alles wirkt sehr authentisch, plastisch, zum anfassen.

Besetzung (4/5)

Joseph Gordon-Levitt macht hier eine sehr gute Figur. Ansonsten hat er mir bisher nie zu einer Hauptrolle getaugt und war nur nettes Beiwerk bei z.B. Dark Knight Rises als Robin und in Snowden hat er mich nicht abgeholt.

Hier, auf engem Raum, zeigt er seine Stärke. Ich fühle seine Emotionen, seine Verzweiflung und den Drang die Maschine heil auf den Boden zu bringen.

Alle weiteren Schauspieler sollen ihre Rolle erfüllen, was sie tun, aber fallen nicht weiter ins Gewicht. Gut gefallen haben mir die letzten Szenen von Aylin Tezel als Gökce und auch die kurzen Momente von Carlo Kitzlinger als Copilot Michael Lutzmann sind authentisch.

Und die Terroristen? Kann man sich diese so vorstellen wie sie gezeigt worden sind? Ja. Auch wenn das Gefühlsbad von Omid Memar als Vedat ein wenig zu stark überzeichnet wurde.

Die schauspielerische Leistung in 7500 ist es die Situation so authentisch wie möglich wiederzugeben. Das ist für mich fast perfekt gelungen.

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Präsentiert von
Sebastian Ebbers

85er Baujahr aus dem hohen Norden! Beruflich mal als Friseur gestartet und rauchfrei seit 20.5.2012. Liebt das SteamTeam und diesen Podcast. Würde sich als Nerd bezeichnen, liebt Filme sowie Serien und ist ein wenig extrovertiert ;)

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